SchülerInnen gestalten Wandel

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Montag, 12. Januar 2015

Meine Migrationsgeschichte

Gaurlal Hothi- Migrationsgeschichte
Entstehung des Nachnamens:
Ich habe versucht so viel wie möglich über die Migrationsgeschichte meiner Familie herauszufinden, aber ich konnte leider nicht genau erfahren wie mein Nachname entstand...
Angeblich soll es vor ungefähr 150 Jahren ein Dorf im Norden Indiens gegeben haben, welches "Hothi" genannt wurde. Als mein Vorfahre von dort auswanderte und sich bei anderen vorstellte, erwähnte er immer, dass er aus diesem Dorf abstammte. Und so begannen die Leute seinem Namen immer das Wort "Hothi" hinzufügen, bis es schließlich so weit kam, dass seine Nachfahren nur noch als die " Hothis" gekannt wurden.

Wanderungsgeschichte meiner Familie:
Meine Großeltern mütterlicherseits haben schon immer in ihrem Dorf gelebt. Als meine Großmutter meinen Großvater heiratete, ist sie zu ihm gezogen.

Meine Großeltern väterlicherseits haben eine etwas andere Lebensgeschichte.
Meine Oma hat in ihrer Kindheit im heutigen Pakistan gelebt (damals war es noch Indien). Als es schließlich 1947 zur Teilung Indiens kam, musste sie mit ihrer Familie ihren Wohnort verlassen und nach Indien flüchten, weil die Muslime, die den Großteil der pakistanischen Bevölkerung ausmachten, anfingen alle Inder in ihrem Gebiet zu ermorden. Ihre Familie schaffte es zum Glück in einen Zug nach Indien einzusteigen. Da die Fahrt eine Weile dauerte waren sie dennoch im Gefahrenbereich. In der Nacht wurde ein Waggon bei einer Rast von Muslimen angegriffen und alle Passagiere kamen dabei ums Leben. Doch während des Angriffs konnten die Passagiere der anderen Waggons, den Waggon vom Zug entfernen und so flüchten. Meine Oma kam sicher in Indien an, wo sie später schließlich meinen Opa heiratete.
Mein Vater wuchs zusammen mit seinen Geschwistern dort auf. Er und sein Bruder mussten mit meinem Opa Tag für Tag hart am Feld als Bauern arbeiten, weil das die Hauptbeschäftigung der Menschen, die im Norden Indiens leben, war/ ist. 1984 wurde von Indira Gandhi ein Sikh Tempel angegriffen und ab diesem Zeitpunkt wurden alle, meist junge männliche, Angehörige der Religionsgemeinschaft "Sikh" in Indien verfolgt. Nach der Ermordung Indira Gandhis ( auch 1984) wurden die Verfolgungen immer schrecklicher und mein Onkel schickte meinen Vater 1990 ins Ausland, um zumindest ihn zu beschützen. Seitdem lebt mein Vater in Österreich und heiratete 1995 mein Mutter, die schließlich 1998 auch nach Österreich auswanderte.

Gründe/ Motive der Auswanderung:
Bei meiner Familie ist der Beweggrund eindeutig: die Flucht.
Sowohl meine Oma als auch mein Vater verließen ihren Wohnort nur, weil sie ihr Leben retten wollten. Sie wurden sozusagen gezwungen ihr Heimat zu verlassen, hätten sie es nicht gemacht, wären wahrscheinlich unvorstellbare Sachen passiert.

Was hat sich bei uns geändert?
Das Leben meiner Familie hat sich enorm durch Auswandern meines Vaters verbessert.
Mein Vater fing an in Österreich zu arbeiten und schickte immer etwas Geld an die Familie in Indien. Meine Familie wurde von einfachen Bauern zu angesehenen Leuten. Nur durch die Auswanderung meines Vaters, kann ich heute eine Ausbildung haben und später einen guten Job. Wäre meine Vater damals nicht geflüchtet, müsste ich wahrscheinlich heute am Land als Bauer arbeiten, der nur Lesen und Schreiben gelernt hat.

Was könnte mich veranlassen im Ausland zu bleiben?
Ich könnte mir vorstellen ins Ausland zu wandern, wenn in meinem eigenen Land schlechtere Bedingungen herrschen würden, als am Zielort. Darunter kann man Bildungsmöglichkeiten, wirtschaftliche Situation des Staates und allgemeine Lebensstandards verstehen.
Ich denke, dass sich diese Motive nicht sehr von den Leuten, die nach Österreich migrieren, unterscheiden. Der Mensch fühlt sich an jenen Orten wohl, wo es ihm am Besten geht. Wenn in seinem Heimatland Krieg herrscht, dann will man zu einem "kriegsfreien" Staat, das liegt in der Natur des Menschen, denke ich.

Auswanderungsländer: 
Falls ich auswandern müsste, dann würde England in jedem Fall auf meiner Liste stehen.
Ich finde, dass es den Menschen in England sehr gut geht und sie sehr zufrieden mit ihrem Leben sind. Ich sehe immer wieder im Fernsehen, dass es in England sehr viele Sikhs gibt und dort die Atmosphäre eine ganz andere ist, deshalb würde ich dorthin auswandern.
Ich wüsste nicht in welche andere Länder ich auswandern würde.....




1. Beurteilungsraster

Beurteilungskriterium
Abstufungen
Recherchentiefe
sehr ausführlich
ausführlich
ausreichend
minimalistisch
zu wenig
Beantwortung der Fragen
sehr ausführlich
ausführlich
ausreichend
minimalistisch
zu wenig
Persönliche Reflexion
sehr ausführlich
ausführlich
ausreichend
minimalistisch
zu wenig




Persönlicher Kommentar: 
Ich finde, dass mir diese Aufgabe großteils gut gelungen ist. Ich habe zwar etwas mehr zu meiner Familiengschichte gschrieben und weniger bei den Fragen, aber ich habe alles erwähnt was ich erwähnen wollte. Bei der Reflexion ist mir nicht mehr eingefallen, deshalb ist sie nun sehr kurz. Im Großen und Ganzen finde ich, dass ich alle Aufgabenbereiche ausführlich beschrieben habe.

6 Kommentare:

  1. Lieber Mr. Hothi!
    Da ich dich ja schon ziemlich gut kenne, wusste ich einige Sachen schon über dich, wie zum Beispiel, dass du gerne in England leben würdest, da dort die Anzahl der Sikhs ziemlich hoch ist. Doch dadurch, dass ich deinen Blogeintrag gelesen habe, habe ich einiges mehr von deiner Familie erfahren. Woher dein Nachname kommt, habe ich jetzt zum ersten Mal erfahren. Ziemlich interessante Geschichte. Ich finde deinen Eintrag ziemlich gut. Du hast alles erwähnt, was man erwähnen musste. Dadurch dass du das Wichtigste kurz wiedergegeben hast, fand ich deinen Eintrag ziemlich interessant und leicht zu lesen. Vielleicht hast du etwas mehr bei der Geschichte deiner Familie geschrieben als zu den Fragen, aber sonnst fand ich alles gut.

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  2. Lieber Gaurlal!

    Da ich dich, genau so wie Ahmed, sehr gut kenne,waren mir einige Sachen schon bekannt. Jedoch wusste ich nicht, dass du gerne in England leben würdest. Ich wusste aber, dass die Anzahl der Sikhs in England sehr hoch ist. Ich wusste ebenfalls nicht, dass deine Großeltern im heutigen Pakistan lebten. Aber jetzt weiß ich mehr und kann mich mit dir auch darüber unterhalten. Ein wirklich gelungener Beitrag!

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  3. Lieber Gaurlal,
    mir gefällt dein Beitrag sehr. Ich kenne dich nicht so gut und fand es deshalb sehr interessant deine Migrationsgeschichte zu lesen.
    Ich finde es cool, dass du so "ungefähr" weißt wie dein Nachname entstanden ist. (Ich würde auch gern wissen wie mein Nachname entstanden ist, aber diese Frage kann mir leider keiner beantworten.)
    Ich finde es traurig, was deine Vorfahren durchleben mussten. Ich denke, dass keiner (wegen solchen Gründen) von seinem Zuhause vertrieben werden sollte. Doch Gott sei Dank hat sich alles danach zum Besseren gewendet. Es hat mich gefreut zu hören, dass es deiner Familie, nach all dem was sie durchleben mussten, nun um einiges besser geht.
    Wie gesagt: Ich finde deinen Beitrag sehr interessant und kenne dich nun definitiv ein wenig besser. Außerdem finde ich es auch "mutig", dass du dich getraut hast deine Familiengeschichte mit uns allen zu teilen.
    Echt toll gemacht :)

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  4. Lieber Gaurlal,

    zunächst möchte ich mich bedanken, dass du die Ergebnisse dieser persönliche Recherche mit uns geteilt hast. Denn trotzdem ich dich nun schon seit einiger Zeit kenne, war mir dieser Teil deiner Geschichte vollkommen unbekannt.
    Mir gefällt sehr gut, dass du nicht nur die Wanderung deiner (Groß)Eltern beschrieben hast, sondern auch auf die Hintergründe und historischen Ereignisse eingegangen bist. Darüber hinaus finde ich, dass du sehr logisch an die Aufbereitung der Fragen herangegangen bist und alle wesentlichen Punkte mehr als ausreichend beantwortet hast. Vor allem die Fragen deine Person betreffend hast du so beantwortet, dass man sich , auch wenn man dich nicht so gut kennt, ein gutes Bild deiner Gedankengänge machen kann.
    Meiner Meinung nach ist dein Eintrag sehr gut gelungen und ich würde ihn abschließend besser bewerten als "ausreichend"!!

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  5. Lieber Gaurlal !
    Da wir uns nicht sehr lange und nicht so gut kennen, war es für mich sehr interessant deinen Beitrag über deine Migrationsgeschichte zu lesen.
    Ich finde, dass du dich mit der Entstehung deines Nachnamens und der Geschichte deiner Eltern, sowie deiner Eltern sehr gut beschäftigt hast. Man merkt, dass du dir darüber wirklich Gedanken gemacht hast.
    Auf die Fragen hast du vollkommen ausführlich geantwortet und sie beinhalten das Wesentliche.
    Dass dein bevorzugtes Auswanderungsland England ist war für mich keine Überraschung, da ich bereits wusste, dass dort viele Sikhs leben.
    Meiner Meinung war es sehr amüsant etwas mehr über dich und deine Migrationsgeschichte zu erfahren.
    Im Großen und Ganzen finde ich deinen Eintrag sehr ausführlich.

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  6. Lieber Gaurlal,
    Ich kann mich Elif und Basti nur anschließen: Danke für deinen Mut, deine Familiengeschichte mit deinen KollegInnen und mir zu teilen! Ich habe in den letzten Jahren viele Migrationsgeschichten von SchülerInnen gelesen und deine ist wieder so anders, es ist immer wieder faszinierend zu lesen! Außerdem freut es mich, dass ich nun mehr über dich und deine Familie erfahren konnte.
    Ich kann mich allen nur anschließen, ich finde deinen Beitrag auch mehr als nur ausführlich. Du hast alles super auf den Punkt gebracht, manchmal gab es einfach nicht mehr zu sagen! Der Gedanke, dass dein eigenes Leben vielleicht auch ganz anders aussehen könnte, wenn gewisse Vorgänge nicht gewesen wären, finde ich interessant, macht mich aber auch nachdenklich. Ein "Was wäre wenn...?" gibt es immer, aber Gott sei Dank muss man diese Frage nicht beantworten! :-) Super gemacht!

    Danke für die "ok"en bis super Kommentaren von euch Fünfen!

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