Die Gemeinde ist im Wiener Becken und dem Industrieviertel. Zwölfaxing selbst und seine Umgebung sind flach und von Feldern durchbrochen durch Baumgürtel gekennzeichnet. Bedingt durch die Nähe zum Flughafen und Autobahnen ist die Luft hier stark schadstoffbelastet. Hier sind vor allem Löss- und Lehmboden zu finden, die sich gut für die Landwirtschaft eignen und auch dafür genutzt werden.
Das Jahresmittel der Lufttemperatur 2013 beträgt 10,6 °. Das Klima hier ist im Vergleich zum restlichen Österreich eher trocken und auch wärmer.
In Zwölfaxing wird intensiv Landwirtschaft betrieben. Vor allem werden Rüben und verschiedenste Getreidesorten angebaut. Viehwirtschaft wird nicht betrieben, lediglich Imkerei, jedoch in sehr geringem Ausmaß. In diesem Ort sind auch viele Betriebe angesiedelt: Spenglereien, Steinmetze, Segelhersteller, Autohäuser und andere. Am Ortsrand existiert auch ein Industriegebiet, das jedoch teilweise leersteht und Zwölfaxing war früher für seine Christbaumschmuckfabrik bekannt. Tourismus ist in Zwölfaxing nicht vorhanden, auch wenn das Kriegerdenkmal, die Pestsäule und die Kirche Sehenswürdigkeiten genannt werden. In dieser Gemeinde ist jedoch auch ein Schloss zu finden. Das Schloss Zwölfaxing der Familie Gatterburg, die mehrere hundert Jahre lang die Grundherrschaft innehatte ist zwar ein UNESCO-Kulturerbe, ist aber nicht viel mehr als ein großes Haus umgeben von einer Mauer.
Im Jahr 2014 wurde mit der Verwirklichung des schon länger angekündigten Hochwasserschutz begonnen. Dieser kostet die Gemeinde rund eine Million Euro, die restlichen sieben Millionen werden von Land und Bund übernommen. Die Dorfpolitik stellt das als großen Triumph dar, doch ich habe gemischte Gefühle.
Zunächst muss man erklären, dass Zwölfaxing schon fast eine Tradition für Hochwasser hat und daher ein derartiges Projekt schon lange herbeigesehnt wird. Auch die Kosten sind zwar hoch, aber ich denke man sollte nicht an den falschen Orten sparen. Aber es ist beileibe keine Freude 30m entfernt von der Baustelle zu wohnen, wo täglich reger Maschinen-und LKW-Verkehr herrscht, noch für mindestens zwei weitere Jahre. Aber was mich am meisten stört ist, dass besagter Hochwasserschutz ein enormer Landwirtschaftlicher Einschnitt ist. Es werden die Bäume gefällt und die Flächen plattgewalzt wo ich gefühlt die Hälfte meiner Kindheit verbracht habe. Dies stimmt mich traurig, auch weil man jetzt statt Feldern und Bäumen nur Baustellen und Maschinen vor Augen hat, aber vor allem kommt es mir vor als nehme man mir einen wichtigen Teil meines Lebens einfach weg.
Ich selbst lebe seit meiner Geburt in Zwölfaxing und habe mich hier immer wohl gefühlt. Ich bin zwar niemand der jetzt jeden im Ort kennt, und doch in meiner näheren Nachbarschaft kennt man sich und hier fühle ich mich auch geborgen. Das ist auch ein Teil des Reizes von Zwölfaxing. Abends aus dem anonymen Wien heimzukommen und von jedem dem man begegnet, obgleich man sich persönlich kennt, begrüßt zu werden ist eine willkommene Abwechslung.
Beurteilungskriterium
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Abstufungen
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Ort Vorstellung (Bilder, Videos,…)
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sehr ausführlich
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ausführlich
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ausreichend
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minimalistisch
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zu wenig
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Ort Analyse (Fragen)
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sehr ausführlich
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ausführlich
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ausreichend
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minimalistisch
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zu wenig
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Persönlicher Bezug
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sehr ausführlich
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ausreichend
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zu wenig
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Lieber Berni,
AntwortenLöschenDeinen Beitrag zu lesen war sehr interessant für mich, da man sofort merkt, dass du weißt, wovon du sprichst bzw. schreibst. Schon bevor ich zu Ende gelesen hatte, habe ich mir gedacht, dass du in Zwölfaxing wohnst, ein Ort, den ich wirklich nur entfernt vom Hörensagen kenne. Aber ich verstehe, dass dich der Bau des Hochwasserschutzes und die landschaftlichen Veränderungen stören oder traurig machen. Es ist ein super Beispiel dafür, wie ambivalent auch notwendige und zu befürwortende Maßnahmen sein können!
Da ich glaube, dass du so ziemlich alles über Zwölfaxing geschrieben hast, was es so zu sagen gibt, finde ich deinen Beitrag super gelungen!